Frank Bauer’s Plattenprojekt für die Tactica 2011

Chevaucée – Projekt für die Tactica 2011

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mal wieder ein Skirmish – Projekt für die Tactica zu machen. Ich mag zwar keine Skirmish-Spiele, aber die modellbauerischen Möglichkeiten, die ein solches Projekt bietet, waren zu verlockend.

Die Grundidee stammt aus der Beobachtung, dass nahezu alle Wargaming Platten nur zweidimensional sind. Es gibt seltenst wirklich ambitionierte Versuche, Platten in die Höhe zu bauen. Natürlich ist das bei Platten für großtaktische Spiele auch gar nicht möglich, da es kaum möglich ist, größere, zusammenhängende Truppenkörper über Berg und Tal zu bewegen. Sowohl in der Realität als auch auf dem Wargamingtisch. Ich hatte aber mal Lust, eine Platte zu bauen, die wirklich schroffe Felsen und viel auf und ab beinhaltet.

Da ich für dieses Projekt aber keine Figuren bemalen wollte, musste ich ein Thema wählen, dass ich aus dem Bestand bestücken könnte. So ist die Wahl auf den Hundertjährigen Krieg gefallen, ohnehin eines meiner Lieblingsthemen. Genauso werde ich keine neuen Gebäude bauen, sondern vorhandenes verwenden. Das Augenmerk liegt einzig auf der Plattengestaltung.
Als erste Inspiration diente mir die Erinnerung an eine Paddeltour auf der Dordogne, im Südwestlichen Frankreich. Die fließt durchs schöne Perigord, gehörte zum englischen Kronerbe Aquitanien und wechselte Ende des 14. Jahrhunderts, in der Mitte des Hundertjährigen Krieges den Besitzer. So sieht’s da aus:


Am Ende sieht meine Platte ziemlich anders aus. Aber so ist das mit Inspirationen. Sie dienen als Startpunkt, auch wenn man am Ende ganz woanders landet.

Meine nächste Recherche führte mich in das Miniatur-Wunderland in Hamburg. Wir haben da eine exzellente Quelle für Geländebau vor Ort, um sich über Felsformationen zu informieren. So sehen die da aus:


Die Jungs im Miniaturwunderland meißeln die Felsen aus Gips und erreichen damit einen Realitätsgrad, der kaum zu übertreffen ist. Da ich auf leichteres Material zurückgreifen muß, werde ich diese Qualität nicht erreiche, aber die Vorlagen sind gut, um realistische Felsstrukturen zu schaffen.

Die Gebäude des Dörfchens Puymartin, das auf meiner Platte entstehen soll, sind zum großen Teil auch schon fertig. Einige sind Eigenbauten und stammen vom Störtebeker-Projekt, andere sind von der Firma Stronghold-Terrain, deren Bausätze ich sehr schätze. Die hier:


Auch je ein Gebäude von Pardulon und Rusus werden das Dorf bereichern. Pardulon und Rusus sind auch meine bevorzugten Lieferanten für alle kleinteiel wie Fässer, Kisten, Holzstapel etc. Außerdem verwende ich die Stadtmauer von Ziterdes.

Ich habe versucht, die gesamte Entstehungsphase der Platte zu dokumentieren. Die Plattengestaltung beginnt wie immer mit einer Stellprobe.

Hier die Stadtmauer und eine grobe Orientierung der Gebäude.


Auf der linken Seite die Felsstrukturen.

Das Material für die Felsen ist kein Styrodur, sondern ein poröserer Hartschaum, dessen Namen ich leider nicht kenne. Er wird manchmal als Industrie-Verpackungsmaterial benutzt und ist nicht einfach erhältlich. Ich habe größere Mengen von einem lieben Wargaming-Bekannten geschenkt bekommen (hier im Forum unter SlamJack unterwegs).
Die Hartschaumklötze sind mit Montagekleber zusammengeklebt und mit einer Flex grob in Form gebracht worden:

Dann habe ich sie erst mit dem Cutter, dann mit dem Schnitzmesser und einem Metalldorn in die endgültige Felsform gebracht.

Auf diesen Bild kann man ganz gut erkennen, wie porös das Material ist:

Im nächsten Schritt wurde die Platte dann mit Fugenkleber verspachtelt und besandet. Jetzt kann man schon ganz gut erkennen, worauf es hinaus laufen wird. Eine gewisse Eckigkeit konnte ich nicht vermeiden; unter der Prämisse, daß auch der Felsenteil bespielbar sein sollte und einige Flächen aufweisen sollte, auf denen Figuren stehen können.


Dann habe ich erst mal einen kleinen Teil der Platte komplett fertig gebaut, um einen Eindruck zu bekommen, wie es am Ende aussehen wird. So:


In diesem Stil muß nun die gesamte Paltte bemalt und begrünt werden. ich hoffe, damit werde ich bis zur Tactica fertig. Die Figur in der Mitte ist übrigens ein Werk von Antipater.

Nun ist schon wieder eine Woche vergangen. Ich bin zum Glück ganz gut vorangekommen. 3 weitere Module sind fertig geworden.
Zunächst aber noch mal 2 bessere Aufnahmen des ersten Moduls, daß ich neulich schon vergestellt hatte:

Modul 2 besteht aus einer Hütte von Pardulon und diversen Kleinteilen von Rusus (Misthaufen, Kisten, Holzstapel…)

Die Felsen bestehen aus 2 Modulen. Auf dem ersten steht oben eine Kapelle Die hier:

Die aufgeregten Mönche und die Kapelle kennt man schon von meiner Störtebeker Platte.
Dem aufmerksamen Betrachter wird nicht entgehen, daß ich vergessen habe, die Steinmauer zu bürsten. Für sowas sind Fotos immer gut. Es fallen einem selbst Dinge auf, die man vorher übersah.
Jetzt eine Gesamtaufnahme des Felsenmoduls:

Rechts erkennt man den noch unbearbeiteten Bereich, wo später der Wasserfall herunterrauschen soll, wenn ich das noch schaffe bis zur Tactica.
Hier noch ein paar Detailaufnahmen:

Und hier das andere Felsenmodul, das die Mühle beherbergt.

Soweit erstmal die Neuigkeiten. Nächstes Wochenende gibt es hoffentlich das nächste Update.

So, kurz vor fertig. Fehlt nur noch der Wasserfall.

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